Dienstag, 25. März 2008

Schnee

In Grenoble ist der Winter zurück. Das ist einerseits ganz nett, weil man noch ein bisschen länger Skifahren kann, aber andererseits auch echt ätzend: ich mein, es ist Ende März, wir haben globale Erwärmung, Grenoble ist ein Melting Pot...Eigentlich müssten hier langsam mal ein paar Palmen wachsen! ;-)
Zur nicht so schönen Seite des Schnees: Am Freitag war ich nocheinmal Skifahren in Les Deux Alpes - als ich das letzte Mal mit Anne dort war, hatten wir super geiles Sonnenwetter und 1a Pistenverhältnisse. Als ich letzten Freitag morgens um 6 zum Skifahren aufgewacht bin und aus dem Fenster schaue, denk ich so: "Krass, mein erster Schnee hier!" Seit ich hier in Grenoble bin, war eigentlich immer gutes Wetter, die Sonne scheinr fast immer, manchmal sieht man Leute im T-Shirt oder kurzer Hose rumlaufen. Und diesen Freitag schneit das - und das nicht zu knapp. Das musste ich gleich mal dokumentarisch festhalten:

Halb Acht gings mit dem Auto nach 2 Alpes. Wir waren ja erst etwas besorgt, dass es übel voll wird wegen den osterlichen Skitouristen - aber wie sich rausstellte, war das die geringste Sorge: in 2 Alpes schneite es nicht einfach nur, es stürmte! Oben auf dem Berg angekommen konnte man trotz Skibrillen fast nichts sehen. Der Schnee peitschte einem so stark vor das Gesicht, dass es sich wie kleine Nadelstiche anfühlte. Die Saison ist ja schon fast zu Ende, sodass die Pisten eigentlich schon nicht mehr besonders gut sind, d.h. alles ist vereist und man rutscht mehr als dass man fährt. Unter dem gefallenen Neuschnee waren also nachwievor die Eisplatten: Das "Skifahren" war ein einziger Kraftakt - bei jeder Kurve musste man fast schon mit den Skiern umspringen um überhaipt rumzukommen. Gleichzeitig fuhr man quasi blind und ist nach (nicht immer) gelungener Kurve erst mal zwei Meter gerutscht. So kam es auch dass ich an diesem Freitag mehr liegend als fahrend im Schnee verbracht habe :-)
Dann hab ich auch noch meine geile weiße Sonnenbrille aus Paris im Skilift vergessen - arghhhhh!!! Mein schönes Paris-Andenken!! Ich weiß selber nicht warum, aber irgendwie wusste ich noch die Nummer von der Gondel erinnern und zum Glück konnte mein geiles Teil noch wieder gefunden werden:

Das war echt der krasseste Skitag bisher - die Beine ahebn ordentlich geschmerzt den nächsten Tag. Ich bin, gerade was Skifahren angeht, ja auch mehr eher so Ästhet statt Athlet ;-)

Zur schönen Seite des Schnees: Am Wochenende war ja Ostern. Die ERASMUS-Leute aus Deutschland hatten die Idee einen kleinen Osterbrunch am Sonntag zu veranstalten, so gegen halb zwölf. Erst dachte ich so - ob das klappt, denn Samstag war noch dicke Geburtstagsfeier von Maria aus Spanien mit anschließender Dancing-action. Aufstehen war am Ende aber dann gar nicht schlimm, denn D.A.N.C.E. hat leider nicht geklappt: Wir sind nämlich nicht in den Scheiß Club reingekommen - und es lag nicht an unseren Schuhen ;-) Dieses Club-Ding war ein Paradebeispiel für nicht funktionierende französische Organisation: Die MC2-Bar ist so ähnlich wie der Polyester-Club oder die Haifischbar (nur mit 200 Leuten statt 1000 ;-) In Deutschland gibt es Security-Menschen, die Leute in eine Schange bringen. Es gibt einen ausreichend großen Eingang mit Security davor. In Deutschland ist man dann meistens irgendwann drin und kann ungefähr absehen, wie lang man ansteht. Nicht so in Frankreich: Eine Riesenmenschenmasse drängt auf einen minikleinen Eingang, jeder will rein, keine Schlange, nur die Größten kommen durch, die Kleinen werden niedergetrampelt. Mitten im Gewühl drängt auf einmal die komplette Masse nach vorn. Und plötzlich wieder nach hinten, Leute fallen hin. Wie bei einem Festival, wenn eine Band gerade anfängt zu spielen. Jedenfalls haben wir es dann aufgegeben. Leute haben uns erzählt dass sie schon 1,5 Stunden anstehen... Naja, aber zurück zum Osterbrunch: Ganz toll! Wir haben traditionell Eier gekocht und bemalt - allerdings mit Edding. Die Franzosen kennen das Eierbemalen mit Eiermalfarben nicht und kucken einen im Supermarkt auch ganz entgeistert an, wenn man danach fragt: "Warum wollt ihr Eier bemalen???"
Ein kleiner Rundgang durch unser Osterbuffet:

Ganz französisch: mit Crêpes, Baguette, Croissants, lecker Erdbeeren, Rührei... echt geil!

Ich hoffe, ihr hattet auch ein schönes Ostern. Bei mir taut der Schnee seit heute zum Glück wieder ein bisschen. In zwei Wochen habe ich meine erste Klausur in Organisationssoziologie. Das wird hart - aber Dabeisein ist alles :-D

Paris


Ist zwar schon ne Weile her, aber ich wollte mnochmal ein bisschen was von meinen Paris-trip im Februar erzählen. Man schreibt ja so nen Blog auch ein bisschen für einen selber, um sich auch ein bisschen an die Erlebnisse zu erinnern.
Wir hatten ja im Februar ne Woche Ferien und jeder überlegte, was man so machen könnte. einige tendierten stark zur normandie, aber das war mir zu historisch und zu intellektuell. und zu teuer. lieber schön in die großstadt. schnell hat sich auch eine gruppe von leuten gefunden, die auch lust auf großstadt hatten: paris! wir, also jasmin, bernd und ich, alle deutsch, daisy aus kanada und victoria aus australien. für paris gabs noch nen anderen coolen anreiz als nur den big-city bonus: simian mobile disco! am 16.2. spielten sie im pariser club showcase: umsonst!!
wir sind mit dem zug gefahren und nach drei stunden kamen wir an. wir hatten für diesen samstag leider keinen hostelplatz mehr gefunden, aber wir hatten nen guten plan: durchmachen!
nach einem fettigen chinesischen essen sind wir zum seine-ufer und haben in herrlichster pariser kulisse am abend schön mit wodkacola vorgeglüht.

das war auch nötig, weil die getränke in dem club sauteuer waren: 10€ für ein glas wein. naja, aber der eintritt war ja umsonst. der club war echt abgefahren: er lag mitten unter einer sehr brühmten brücke in paris (pont alexandre III) im showcase hatten sie unglaublich beeindruckende lichtinstallationen. da kann das centrum oder das kulturbundhaus nicht mithalten ;-)
als vorband haben the whip gespielt. sehr neu, aus UK. eine elektroband - mit gitarren! die waren echt toll und haben mir direkt besser gefallen als smd! sehr coole lieder! sie haben am ende cd's ins publikum geworfen - und wer hat eine gefangen? der fuchs natürlich ;-)
dnanach: smd!

die waren tierisch krass: ein riesengroßer turm an euqipment in der mitte der bühne und zwei typen die ständig um das ding gerast sind und tausend knöpfe und regler bedient haben. hin und wieder hat sich einer zum publikum gedreht und sich feiern lassen. die lichtshow war vielleicht noch abgefahrener als die musik. ich hatte bestimmt ein drittel des konzerts die augen zu, weil einen die 1 million kilowatt aus den glühbirnen von strovoskopen und lasern sonst weggeflasht hätten.
hinterher war noch dj-set. um fünf war so allgemeines aufbrechen. wir sind dann durch paris, am louvre vorbei und haben crêpes gegessen (diese buden haben echt 24/7 auf - allerdings sind die typen, die man nachts halb sechs dort trifft echt gruselig) wir sind dann richtung bhf wo wir unser gepäck verstaut hatten und haben uns noch für zwei stunden in café am bhf gehangen bevor wir dann ins hostel sind. wir mussten noch bis mittag durchhalten bis die uns in die zimmer gelassen haben, aber wir konnten im tv-raum pennen. das war ein langer tag...
an dem sonntag sind wir noch zu sacre coeur und montmatre - das lag gleich um die ecke. top lage für schmales geld, 14€ die nacht. wir mussten zwar jeden tag die zimmer wechseln aber so hatten wir immer frische bettwäsche. auf montamtre hab ich mir dann noch ein hemd in nem second hand shop gekauft.
abends waren wir lecker indisch essen. das war toll: zum ersten mal richtig gutes vegetarisches essen! die franzosen habens nicht so mit ohne fleisch - reine fleischfresser.
nächsten tag haben wir touritag gemacht. notre dame, champs eylsee, tryumphbogen. echt toll, wir hatten auch super sonniges wetter - auch wenn es in paris wesentlich kälter war als in grenoble. wir sind dann noch auf einen markt, wo man klamotten und allerlei tand und nippes und antiquarisches in großen passagen kaufen konnte. dort hab ich mir die weiße sonnenbrille gekauft. es war ein sehr hippes viertel und neben montmatre auch das einzige wo ich mir ernsthaft vorstellen könnte zu wohnen. montmatre ist sogar bezahlbar: victoria, die australierin, hat drei monate in paris gelebt und gearbeitet. und sie hat in montmatre gewohnt - in einem studio wie man hier sagt, für schlappe 300€.
abends sind wir sind dann spontan zum eiffelturm und sind mit dem lift hochgefahren - das war toll! paris bei nacht!

zurück sind wir mit der metro, wir haben allerdings die falsche bahn erwischt und waren plötzlich außerhalb von paris... zum glück konnten wir noch die letzte bahn erwischen, sonst hätten wir echt ein problem gehabt, immer das gleiche mit paris und den bahnen... ;-) die nacht im hostel war krass: bernd und ich haben in einem zimmer mit 13 (!) anderen leuten geschlafen. mit dabei fünf übelst straffe italiener, die noch ein bisschen rumgelabert haben. die heizung ist die ganze nacht durchgelaufen, boah war das ne heftige nacht.
am dienstag sind wir nochmal zum sacre coeur und haben dort auf der wiese vor der kriche gefrühstückt. richtig französisch, mit baguette, fromage und ein bisschen sekt.

dann gings zum centre pompidou, einem sehr schönen viertel mit vielen tollen geschäften: shopping! ich war in nem frz h&m und dann noch in ein paar second hand läden. hab gut zugeschlagen! das war ein sehr schöner tag: schön sonnig. in dem viertel gab es eine schlittschuh-feld wo die ganzen pariser styler rumgefahren sind. die mädels sind dann noch in ein museum und bernd und ich sind dann noch ein wenig durch das luxusviertel von paris spaziert: krawatten für 300€... unnormal.
abends waren wir noch äthiopisch essen. die restaurant kultur in frankreich fetzt: man kann ganz normal ein gericht bestellen oder man nimmt ein platte für 15€, die ist übelst groß und reicht locker für zwei. so kann man locker für 10€ in restaurant zum essen gehen. äthiopisch war interessant: man ist mit den händen. es gibt so sauerteigfladen, die man in verschiedene soßen tunkt oder mit beilagen belegt. sehr lecker und üppig!
mittwoch gings zurück. wir hatten allerdings ein bisschen panik, weil wir leicht spät dran waren. fünf mintuen vor offizieller abfahrt saßen wir auf unseren plätzen. immer dieser stress. den hätte man sih gar nicht machen brauchen, denn: wir sind ja in frankreich - die bahn ist erst ne viertel stunde später losgefahren. auf die franzosen ist eben verlass ;-)

Donnerstag, 20. März 2008

Mein erster Monat in Polen...

...oder von wind, knoblauch und tulpen.
nun bin ich schon einen guten monat hier. mittlerweile habe ich die stadt ganz gut im überblick, auch wenn mir noch so einige puzzelteile des stadtplanes fehlen. ein bisschen routine hat sich durch die uni auch eingestellt und das urlaubsgefühl der ersten tage ist nicht mehr ganz so stark da. der polnische alltag ist aber trotzdem noch sehr spannend für mich. leider hat sich die wetterlage noch nicht wirklich gebessert. grau ist die dominierende farbe des himmels. und wind/schnee/regen die dominierenden wetterlagen. doch man gewöhnt sich ja an alles irgendwann :) dafür habe ich viele nette leute kennengelernt die für gute laune sorgen. egal ob auf erasmuspartys oder beim gemeinsamen kochen. ein besonderer tag in polen ist übrigens der 8. märz. denn da ist frauentag und der wird in polen noch richtig gefeiert. überall sieht man frauen mit tulpen oder rosen in der hand durch die strassen laufen. und auch ich habe eine tulpe geschenkt bekommen. und das sogar von einem echten polen. piotr veranstalte zusammen mit seinem deutschen mitbewohner jörg eine kleine wg-party an diesem tag und hat jedem weiblichen gast zum abschied eine gelbe tulpe geschenkt. und so auch mir :)
eine weitere feststellung des letzten monats: essen in polen geht nicht ohne czosnek (=knoblauch). knoblauch ist hier überall. und es gibt kaum gerichte wo er nicht drin zu finden ist. selbst knoblauchkäse ist normal.
am kommenden wochenende ist der wichtigste tag des jahres für die polnische bevölkerung. denn da diese ja größtenteils streng katholisch ist, ist ostern das höchste fest des jahres. jeder fährt zu seiner familie und steckt schon jetzt mitten in den vorbereitungen. ich werde die freien tage nutzen um nach krakau zu fahren und mir die wohl schönste stadt polens anzuschauen. nur vor ostermontag habe ich ein bisschen angst. der wird nämlich hier auch Smigus Dyngus genannt, der tag des wassergießens. und meine mitbewohenrin ula meinte zu mir: das man da besser nicht auf die strasse geht, weil alle sich mit wasser bespritzen und teilweise ganze eimer über einen kippen würden...naja ich bin gespannt und euch wünsche ich ein frohes osterfest :)

Samstag, 8. März 2008

uni auf polnisch!

meine erste uniwoche ist nun vorbei. insgesamt belege ich hier neun kurse und habe zusätzlich dazu zweimal die woche polnisch. ich werde hier also aller voraussicht nach noch zur vorzeige-studentin, denn ich glaube soviele kurse habe ich in den letzten drei semestern nicht zusammen gemacht...insgesamt ist die uni zeimlich verschult kleine 'klassen' mit im schnitt 15 bis 20 teilnehmern, die nur manchmal fragen beantworten bzw. stellen sollen.
relativ schnell merkt man, dass man an einer privatuni ist. im mädchenklo gibts stau, weil die mädels alle ihre frisur im spiegel prüfen müssen und schauen ob die dolce&gabana-handtasche auch wirklich zum armani-jäckchen passt was sie heute tragen.
wirklich cool ist allerdings die internationalität des collegium civitas. neben den 'normalen' erasmusleuten studieren hier menschen aus nigeria, usa, ghana, pakistan, lybien, kachastan, belgien, kongo, ungarn,...etc.
das hausarbeitschreiben bleibt mir auch hier nicht erspart. ebenso wenig wie abschlussklausuren und mündliche prüfungen. naja michel würde sagen: "every advantage has it´s disadvantage!". recht hat er ;)

Samstag, 1. März 2008

Anne war in Grenoble


... und übernimmt für die letzte Woche die Federführung der französischen Berichterstattung.
Kurzes Fazit: super chuette
Lang: GRenoble ist toll, Berge sind toll, Feiern ist toll - ich hab Lust auf Erasmus.
Herzlich hat mich Olli am Samstag am Flughafen in Empfang genommen. Als erstes war ich erstaunt von der unglaublichen frühlingshaften Wärme hier: 20 Grad und Sonnenschein im Februar sind absolut keine Seltenheit. Problem an der ganzen Sache: damit hatte ich nicht gerechnet und war nicht dementsprechend ausgestattet.
Die Woche verging wie im Flug. Absolutes Highlight war Skifahren am Mittwoch. Nach einer fast durchfeierten Nacht sind wir um 6 aus den Betten geschlüpft um gen "Deux Alpes" zu fahren - eines der größten Skigebiete der Region. Nach anfänglichen Schisshasen-Attacken haben wir uns schnell mit den Brettern angefreundet. Fällt auch nicht schwer in 3600m Höhe, mit strahlend blauem Himmel, -6 Grad und einem Postkartenpanorama. Wir nahmen eine Abfahrt nach der nächsten, machten dabei beide mal Bekanntschaft mit dem Schnee aus Bodenperspektive und verdrückten ein Tränchen, als wir die letzte Abfahrt nahmen.



Am DOnnerstag haben wir Victoria, einer Australierin, bei dem Transport ihres neuerworbenen Kühöschranks geholfen. Was wir vorher nicht wussten: der gefühlte 2 ZEntner schwere "frigo" musste via Straßenbahn durch die ganze Stadt transportiert werden. Wir brauchten 3 Anläufe, in eine Straßenbahn zu gelangen: in die erste durften wir wegen des Frigos gar nicht erst einsteigen, die 2 gab während der Fahrt den GEist auf und die dritte brachte uns dann schließlich zu Ziel. Beim Baumarkt klauten wir dann einen großen Wagen um den Kühlschrank zum Wohnhim zu karren und dort dann die Treppe hochzuschleppen.... Alles nicht so leicht....

Ansonsten waren wir viel in der Stadt und Umgebung unterwegs und Abends auf Erasmus Partys, hatten viel zu lachen und zu erzählen.
Auch wenn es mir schwer fällt wieder heimzufahren, freu ich mich jetzt auf (m)ein weiches Bett zuhause...